Kolumnen

Kolumne |

Die Deutschen und die Arbeit

Werden die Deutschen fleißiger?

Es gibt viele Phänomene in dieser Krise: Die Kurzarbeit ist allenthalben Alltag, in den grossen Automobilkonzernen, aber auch bei so manchem mittelständischen Maschinenbauer. Und die Aussicht dass aus Kurzarbeitern Arbeitslose werden und der Absturz in Hartz IV gewissermassen vorprogrammiert ist gilt schon fast als Allerweltswissen.

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Kolumne |

Ist die SPD noch zu retten?

Psychogramm eines Verlierers

Es war wahrlich bis jetzt kein sozialdemokratisches Jahr. Vor fast zwölf Monaten haben die Genossen am schönen Schwielowsee ihren Parteichef und erklärten Kanzlerkandidaten Kurt Beck in die Wüste verabschiedet; sie haben das Schlachtross Franz Müntefering als Heilsbringer aus der Verbannung geholt und Frank-Walter Steinmeier als Hoffnungsträger und Kanzlerkandidaten auf den Schild gehoben. Die Krönungsmesse für den Kandidaten im Berliner Tempodrom sollte das Signal an die Partei und die Wähler sein: Wir sind wieder da.

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Kolumne |

Die Krise und unsere Mühe mit der Verantwortung

Es ist Krise, es herrscht Panik und beides ist global. In dieser globalen Krise zählt jedermann zu den Verlierern: Der einfache Bürger, Arbeiter und Angestellte, deren Arbeit und Wohlstand vor die Hunde geht; Unternehmen, grosse und kleine, Banken und Autobauer, Mittelständler und Grosskonzerne, denen Aufträge wegbrechen und Kredite fehlen; die Gesellschaft, die an Solidaritätsmangel zerbricht, und schliesslich unser letzter Zufluchtsort, der Staat, der an Selbstüberschätzung und Überdehnung aus den Fugen gerät. Ja, das ist eine düstere Prognose, düster, weil die Krankheit systemisch ist – so heisst doch das neue Modewort. Und das Systemische an dieser Krankheit ist der Mangel an Verantwortung, auf allen Ebenen. Ein kluger Kopf fasst es so zusammen: Wir erleben in dieser Krise das Armageddon der Verantwortung.

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Kolumne |

Obama - Heilsbringer, Hoffnungsträger, Amerikaner

Es wird derzeit viel Hoffnung investiert in Amerikas gewählten Präsidenten Barack Obama.
Wer die Gesichter in der Nacht der Entscheidung in Chicago gesehen hat, die Reaktion der Menschen auf den Strassen New Yorks, Miamis oder in Los Angeles, der war überwältigt von den Emotionen, die diesem Mann entgegengebracht werden. Da stand nicht ein Mensch in den Scheinwerfern, nein, das war schon fast der Messias, gewiss aber ein Hoffnungsträger - einer jedenfalls, den die Vereinigten Staaten noch nicht hatten und doch offensichtlich so herbeisehnten.
Ein Hauch von Erlösung schwebte über Amerika, eine Welle der Begeisterung wurde rund um den Erdball getragen.   

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News |

Mehr als Öl und Gas

Ex - Wirtschaftsminister Wolfgang Clement wirbt für Partnerschaft mit Russland

Alexander Niemetz und Wolfgang Clement

Alexander Niemetz im Gespräch mit dem SPD Wirtschaftsfachmann Ex-Bundesminister Wolfgang Clement über die Position Deutschlands im weltweiten Energiewettbewerb.

"Russland hat alles, was Deutschland fehlt" war dabei die Kernaussage von Wolfgang Clement.
Alexander Niemetz verortete die außenwirtschaftliche Abhängigkeit Deutschlands im Energiesektor vor allem in Russland. Wolfgang Clemet - "ich bin ja ein geduldetes Mitglied in meiner Partei" - setzt einen anderen Akzent: "Ich halte unser Verhältnis zu Russland für ziemlich verkrampft. Das Land hat alles, was uns fehlt. Wenn wir ein Industrie-Standort bleiben wollen, sind wir auf Russland und umgekehrt ist Russland auf uns technologisch und gesellschaftlich angewiesen. Deshalb macht es keinen Sinn "nur von Aghängigkeit zu reden."
Auf die Frage von Moderator Alexander Niemetz, welche erneuerbaren Energien für Deutschland sinnvoll wären, sagte Wolfgang Clement: "Solarenergie sei nicht relevant, da man es noch nicht speichern kann, Geothermie hingegen umso mehr.

Der nächste Industrie-Aufschwung werde "von der Energietechnologie getragen", so Clement.

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Der Kaukasus und die Konsequenzen

Nein, niemand geht zur Tagesordnung über – der Kaukasus ist und bleibt eine offene Wunde, solange Georgiens territoriale Integrität zur Disposition steht. Das weiss Russland, das weiss der Westen. Und dennoch sind die Rezepte rar, Therapien nicht zur Hand, wie denn die Wunde zu heilen, der Schmerz zu beseitigen wäre. Der Kau-kasus ist gewiss eine Zäsur im Ost-West-Verhältnis, mehr aber auch nicht. Der Schaden ist reparabel, weil es in aller Interesse ist. Der Kaukasus ist eine Zäsur, noch kein Wendepunkt. Vergleiche mit der Kuba-Krise, mit dem Einmarsch der Sowjetarmee in Budapest oder Prag sind Unsinn – noch gibt es keinen welt-politischen Totalschaden. Die Aera russischer Selbstbescheidung ist vorbei, das ist sicher – aber darauf kann man, muss man reagieren, wenn man den russischen Bären einigermassen in Zaum halten will. Das ist kein Plädoyer für einen wachsweichen Eiertanz vor Moskaus Zaren; Entschlossenheit und Festigkeit sind aber etwas anderes, als jetzt die überholten Waffen aus dem Schrank des kalten Krieges hervorzuholen.

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Kolumne |

G 8 Gipfel 2008 Japan

Von Rambouillet 1975 bis Toyako 2008 oder vom Ende des Gipfeltourismus

Rambouillet 1975 der erste sogenannte Weltwirtschaftsgipfel - das Treffen auf dem Schloss in der Nähe von Paris war ein Krisengipfel: Der Zusammenbruch des Welt-währungssystems von Bretton Woods und der Ölpreisschock standen Pate. Die Staats und Regierungschefs der wichtigen (westlichen) Industriestaaten trafen sich zu einer Art Krisenkommando am Kamin des Schlosses Rambouillet. Ohne gigantisches Medien-brimborium. In einer Zeit, da Globalisierung noch eine Zukunftsvision war – die Welt geteilt in West und Ost, in Nord und Süd. Die Welt war für die sieben Chefs gewisser-massen wohlgeordnet; man war unter seinesgleichen; hatte Einfluss auf Politik und Wirtschaft; konnte durch Krisenmanagement Ordnung schaffen - es war die Welt von Giscard d“Estaing und Helmut Schmidt und beide verstanden sich als die wahren Weltökonomen. Und irgendwie hatten sie nicht einmal Unrecht.

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Presse |

Thema Globalisierung: Wo sind die Spargelstecher geblieben?

Alexander Niemetz zum Thema Globalisierung in der Volksbank Schwäbisch Gmünd
Alexander Niemetz in der Volksbank Schwäbisch Gmünd

Alexander Niemetz sprach auf Einladung der Volksbank Schwäbisch Gmünd über das Thema Globalisierung.

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Kolumne |

Das Amt - Der Amtierende und die Kandidatin

Nein, es gibt kein geschriebenes Gesetz, das verhindert, dass um das höchste Amt der Republik ein zwölf Monate Langer Wahlkampf entbrennt. Es gibt keine Verfassungs-klausel, die verbietet, dass dem wiederantretenden Amtsinhaber von Schloss Bellevue, eine Gegenkandidatin gegenübersteht. Aber es gilt das ungeschriebene Verdikt, dass das höchste, also integrierende Amt im Staate, nicht durch eine desintegrierende Kampagne, durch durchsichtige Parteiranküne, Schaden nehmen darf.

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Kolumne |

Schwarz Grün in Hamburg

Neue Lager suchen sich neue Mehrheiten – man könnte getrost auch sagen, die Lager haben ausgedient mangels weiterer machtpolitischer Perspektive. Rot-Grün, ade - Schwarz-Gelb passe. Nein nicht für immer – dort, wo es reicht, hält das alte Lagerdenken die Gravitationskräfte des Fünf Parteien Parlamentarismus gerade noch mal in Schach. Die Lager haben ausgedient, weil die grossen Volksparteien, allen voran die schwindsüchtige SPD an Bindekraft verloren haben. Die Roten und die Grünen sind längst keine kommunizierenden Röhren mehr – ebenso wenig wie die Schwarzen und die Gelben. Also müssen sie alle das Heil in neuen politischen Konstellationen suchen, also müssen sie Lagerdenken, Lagerideologien überwinden. Die Dreier-Koalition hat Zukunft – links wie rechts. In Deutschland muss man sich an diese neue Form parlamentarischen Regierens erst noch gewöhnen – wobei das gemeine Wahlvolk wahrscheinlich gedanklich schon weiter ist, als so manche Parteibasis. Der Wähler will nur nicht veräppelt oder gar betrogen werden, wie durch Beck/Ypsilanti (SPD) in Hessen. Schaut man auf das monatliche Politbarometer, so weist sich, dass politische Konstellationen in den Hirnwindungen der Wähler (auch der Parteigänger) sich schneller akklimatisieren, als an den politischen Stammtischen der Parteifunktionäre. Und das ist gut so.

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