Kolumnen

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„Jede Information ist zugleich Manipulation…“

„Manipulation oder Wahrheit – die Informationsflut und die Nachrichten.“

Alexander Niemetz spricht über den aktuellen Zustand des Journalismus

Unter diesem Titel referierte Alexander Niemetz, ehemaliger Moderator des ZDF Heute Journal, im Rahmen der 19. Wirtschaftstage der Sparkasse Bamberg über den aktuellen Zustand des Journalismus, besonders bezogen auf das Fernsehen. Dabei brachte er seine langjährigen Erfahrungswerte ein und sparte nicht mit Kollegen- und Medienschelte.

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Kolumne |

Steinbrück - oder der Ritt der SPD auf der Rasierklinge

Diese Wette hätte ich verloren. Peer Steinbrück ist zwar der beste Kanzlerkandidat, den die Sozialdemokraten derzeit aufbieten können; der beste mit Blick auf die Mitte, die noch immer wahlentscheidend ist; der beste mit Blick auf die Kompetenzwerte in puncto Wirtschaft und Finanzen; der beste in Sachen Rhetorik und Kampagne-Fähigkeit. Ein Primus also, ein Siegertyp dazu, ein Mann mit Machtwillen und allem, was dazu gehört. Und dennoch hätte ich nie auf ihn gewettet.

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Kolumne |

Das Rezept in der Euro-Krise heisst Glaubwürdigkeit

Ja, es steht uns in Sachen Euro ein Herbst der Entscheidungen bevor. Die Krise strebt einem Kulminationspunkt zu. Endlose, kontroverse Diskussionen, Rettungsschirme von unterschiedlichem, immer gigantischer werdenden Kaliber, die fulminante Bazooka der Europäischen Zentralbank, die den Bankenmarkt flutet, die Gipfelmarathone der Staats und Regierungschefs, die Ueberlebenskonzepte der europäischen Kommission für den Euro – nichts war final, nichts hat die Lage sicherer gemacht – im Gegenteil: nie war der Europafrust der überforderten und verunsicherten Bürger grösser, nie war der Trend zu nationalstaatlichen Rettungsparolen gefährlicher. Es gibt Professoren, die eine Endzeitstimmung ausmachen, vom Abschied Europas von der Weltgeschichte parlieren; es gibt Regierungschefs, die den Einfluss der nationalen Parlamente zurückdrängen wollen – all dies zum Wohle und zur Rettung Europas. Es ist die Zeit der Verführer, die Zeit der Populisten, die Zeit der einfachen oder rabiaten Rezepte: Griechenland amputieren und das Problem ist gelöst; ein europäischer Bundesstaat und die Probleme lösen sich von selbst. All diesen Vorschlägen fehlt zweierlei: Substanz und vor allem Glaubwürdigkeit.

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News |

Lehrstück NRW

Nein, die Landtagswahl an Rhein und Ruhr ist keine politische Zeitenwende, keine Wasserscheide für politische Entwürfe und schon gar keine Götterdämmerung weder für Deutschland noch für seine Kanzlerin. NRW ist profaner und dennoch ist es Stoff für Handbücher für die Gilde der Politologen; es ist Leitfaden für die strategischen Hirne in den Parteizentralen; und es ist vielleicht ein Lehrstück dafür, wie und wo künftig in Deutschland Wahlen gewonnen werden.

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Kolumne |

Das schwierige Geschäft mit der Kommunikation

Ein Philosoph der alten Zeit (17. Jahrhundert) überraschte seine Welt mit der Erkenntnis: „Cogito, ergo sum.“ -zu deutsch: Ich denke, also bin ich. In der Jetzt-Zeit, in der Zeit der Suchmaschinen, der Zeit von Facebook, Twitter, google+ und Co, der Zeit der digitalen Welt der Blogs, der Zeit der Algorithmen, der Gigabites, der Zeit der globalen Dörfer, der virtuellen Welten, in welchen alles vernetzt ist – in dieser Zeit würde der ehrwürdige Descartes wohl anders formulieren. So vielleicht: Ich kommuniziere, also bin ich. Ja, Kommunikation ist zum Lebenselexier unserer globalisierten Welten geworden; und Kommunikation ist schwieriger geworden in unserer, alles umfassenden Informationsgesellschaft. 

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Kolumne |

NRW - Nicht nur eine Landtagswahl, eher ein Plebiszit in der Schuldenkrise

Nordrhein-Westfalens Wähler sind Schicksalswähler. Hier werden Trends vorgegeben, hier werden Koalitionen geboren, hier werden Kanzler gemacht oder gestürzt. Und wieder steht eine Wahl an, die es in sich hat: im Mai entscheidet sich das Schicksal der Liberalen, am 13. Mai könnte die Götterdämmerung für Kanzlerin Merkel beginnen, im Mai steht Norbert Röttgens politische Zukunft auf dem Spiel - und nun das Wichtigste: im Mai wird zwar nur ein Landesparlament gewählt und dennoch ist es eine Wahl von europäischer Dimension, eine Richtungs-entscheidung, die selbst an den berühmten Finanzmärkten Spuren hinterlassen wird.

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Tagesgeschehen |

Die Kredit-Affäre des Bundespräsidenten

Deutschland und die Bigotterie des Politikbetriebs

Jedes Volk hat die Regierung, die es verdient, jedes Volk hat demnach auch die Politiker, die es verdient - ein wahres Wort? Wir sollten alle, der gesamte Politikbetrieb, die so mächtige Medienwelt, aber auch wir, die „anständigen“ Bürger, in den eigenen Spiegel schauen. Wir sollten innehalten, nachdenken, wie wir hierzulande miteinander umgehen, wie wir mit unsern Institutionen umgehen, wie wir mit unserer Demokratie umgehen. Ja, es geht um den Bundespräsidenten, um die Institution, um die Person. Ja es geht um Recht und Moral. Aber es geht auch um Fairness, um Anständigkeit.

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Kolumne |

EUROPAS Katharsis

Endlich – so möchte man befreit aufatmen – endlich ist es da, das reinigende Gewitter in Europa. Nach quälenden europäischen Gipfeln voller Selbstbetrug, voller Ängstlichkeit und Zögerlichkeit. Achtzehn lange Monate hiess die Devise, Zeit kaufen, Augen zu und durch – im festen Glauben, dass man sich aus Europas Schuldenkrise oder besser Schuldenfalle mit immer mehr und grösseren Rettungsschirmen heraus lavieren könnte; dass man die ominösen Märkte mit der schieren Grösse dieser Schutzwälle beeindrucken und zum Stillhalten zwingen könnte; dass man die europäischen Völker und ihre Parlamente mit wolkigen Durchhalteparolen ködern oder mit einer Politik der „Alternativlosigkeit“ ruhig stellen könnte. Mit dem europäischen Gipfel vom 26. und 27. Oktober in Brüssel und vor allem nach dem G 20 Gipfel letzte Woche in Cannes begann Europas Katharsis.

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Kolumne |

Krise des Vertrauens - Krise der Verantwortung

Ja, wir sind in der Krise. Wir haben eine Finanzkrise, eine Schuldenkrise, eine Eurokrise, eine Krise der Märkte schließlich; und in einigen wichtigen Staaten dieser Welt auch eine Politikkrise. Das ist eine reine Zustands-beschreibung, ein Gemeinplatz gewissermaßen, aber keine substantielle Analyse.

Wir haben eine Finanzkrise seit dem Zusammenbruch der Lehmann Brothers – eine Krise des Versagens vieler: der Banken mit ihren hypergefährlichen Derivaten und ihrer Kasinomentalität; der Rating-Agenturen mit ihren verantwortungslosen Zertifikaten und ihrer Komplizenschaft mit den Finanzmärkten; der Politik mit ihrer unmäßigen Deregulierung der Finanzmärkte, welche die Exzesse erst ermöglicht haben; der Gesellschaft in den Wohlstandsregionen dieser Welt mit ihrer Entsolidarisierung, mit Verantwortungsabstinenz, mit dem Hang zur Gier, die alles durchdringt. Der Höhepunkt der Krise liegt augenscheinlich hinter uns – dennoch die Krisen-Ursachen sind vielleicht erkannt, aber immer noch präsent. Mangel an Verantwortung war ein Auslöser Krise und hat Vertrauen zerstört. Verantwortung setzt dem Kapitalismus Grenzen.

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Kolumne |

Re-Vision - Halbzeitbilanz von Schwarz-Gelb

Wahlen gemeinsam zu gewinnen, ist manchmal einfacher, als hinterher gemeinsam zu regieren.
Diese Erfahrung machen Christdemokraten und Liberale gerade in Berlin. Die Gründe sind vielschichtig: Das Wunschbündnis Schwarz-Gelb basierte auf Liebesschwüren aus der Vergangenheit, als sich Angela Merkel und Guido Westerwelle bei Kaffee und Kuchen näher kamen. Ziel der beiden Oppositionellen war damals, Schröder zu stürzen, Rot-Grün abzuwählen. Ziel war es, ein christlich-liberales Reformbündnis zu installieren, das die Wachstumsfesseln löst, der Wirtschaft Beine macht, die Rekordarbeitslosigkeit halbiert; ein Bündnis, das Bürokratie und Steuerdschungel lichtet, das den Bürgern durch Steuer- und Abgabensenkung wieder Luft zu atmen gibt. Merkels Reform-Parforce-Ritt am Parteitag von Leipzig sollte Christdemokraten und Liberale zusammenschweissen; man hatte ein Projekt, eine Vision – aber schliesslich eben keine Mehrheit.

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